Vom Werkstatt-Wohnhaus zur Müllerküche

Josef Müller senior fuhr die Hölzer einst mit Anhänger und Moped zur Zimmerei, um sie hobeln zu lassen – eine eigene Maschine gab es noch nicht. Zuhause in Kirchbrunn wurden sie zu Fenstern und Möbeln weiterverarbeitet. Diese Anfänge erzählen viel über das Einrichtungshaus Müller, das heute Möbelhaus, Werkstatt, Küchenstudio und Planungsbüro unter einem Dach vereint.

1959 gründeten Josef und Antonia Müller den Betrieb in Ampfing – an derselben Adresse wie heute: Mühldorfer Straße 65. In den ersten Jahren war das Wohnhaus zugleich Werkstatt, Büro, Lager und Ausstellung. Mit der Zeit rückten Möbel und Küchen in den Mittelpunkt; aus der klassischen Schreinerei wurden Möbelbau und die „Müllerküchen”.

Drei Generationen im Betrieb

1975 wurde das Möbelhaus gebaut, 1998 erweitert. 1991 trat Josef Müller junior ein und übernahm 1995 den Betrieb. 2016 kam Johannes Müller als dritte Generation dazu, mittlerweile Schreinermeister, 2023 auch Markus Müller. Heute arbeiten acht bis neun Personen im Familienbetrieb.

📷 Bildplatz – hier ein Foto einfügen (Eine Müllerküche: geplant bis ins Detail.)

Zwischen Bleistift und digitaler Planung

Planung und Maschinen sind digitaler geworden, die Detailtiefe größer. Trotzdem beginnt bei Müller nicht alles am Bildschirm – gezeichnet wird auch heute noch von Hand.

„Der kreative Gedanke kommt oft direkter durch den Stift in der Hand als durch die Maus.”

Johannes Müller, Schreinermeister

Was am Ende als Küche oder Möbelstück eingebaut wird, ist nur der sichtbare Teil. Davor stehen Gespräche, Skizzen, Holzauswahl, Konstruktion und die genaue Montage vor Ort. Besonders sichtbar wird das bei Stammkunden: Es kommt vor, dass nach 47 Jahren die nächste Müllerküche eingebaut wird – betreut von drei Generationen Müller.

Im Porträt: Einrichtungshaus Müller

  • Gegründet 1959
  • Familienbetrieb in dritter Generation
  • Mühldorfer Straße 65, Ampfing

Handwerk, das weiterdenkt

Nachhaltigkeit ist bei Müller eng mit dem Handwerk verbunden: Photovoltaik seit 2010, 2024 die Holzheizung erneuert, Holzabfälle aus der Werkstatt werden genutzt. Für die Zukunft sind individuelle, ganzheitliche Konzepte geplant – und Ideen wie Kochkurse oder Workshops, die das Möbelhaus stärker zum Ort für Austausch machen. Geblieben ist der Kern: Holz, Handwerk, Planung, Familie.

Erschienen im Ampfinger Gemeindeschreier · Ausgabe 2/2026

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