Manghofer: Vom Brunnenbau zur modernen Haustechnik

Auch viele Menschen, die bisher noch keinen direkten Kontakt zur Firma Manghofer hatten, kennen den „Opa in der Wanne“. Seit vielen Jahren gehört die Figur zum Erscheinungsbild des Unternehmens und ist in Ampfing und darüber hinaus längst zu einem Erkennungszeichen geworden.

Hinter diesem humorvollen Motiv steht ein Familienunternehmen, das seit 1878 in Ampfing ansässig ist und heute in fünfter Generation geführt wird. In dieser Zeit hat sich aus einem Brunnenbaubetrieb ein Unternehmen für moderne Heizungs-, Sanitär- und Energietechnik entwickelt.

Angefangen hat alles mit Wasser

Gegründet wurde der Betrieb damals von Johann Manghofer senior.

Mit moderner Heiztechnik, Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen hatte seine Arbeit damals noch nichts zu tun. Das Unternehmen baute Brunnen und Wasserleitungen und sorgte damit für etwas, das heute selbstverständlich erscheint: die Wasserversorgung der Menschen in Ampfing und der Region.

1920 übernahm Ludwig Manghofer den Betrieb. Zu dieser Zeit beschäftigte das Unternehmen bereits fünf Mitarbeiter. Weiterhin standen Brunnen und Wasserleitungen im Mittelpunkt. Nach und nach kamen Sanitäranlagen sowie Arbeiten an Wasser- und Gasleitungen hinzu.

Wie eng die Firma schon damals mit Ampfing verbunden war, zeigt eine Geschichte aus dem Jahr 1922.

Beim großen Ampfinger Heimatfest „Die Schlacht bei Ampfing“ übernahm Ludwig Manghofer kostenlos die Kanalisationsarbeiten auf dem Festgelände. Außerdem präsentierte das Unternehmen dort Badewannen sowie Wasserleitungs- und Sanitärtechnik. Er wirkte sogar selbst als Darsteller beim historischen Festspiel mit.

Das Unternehmen war damit nicht nur als Handwerksbetrieb vor Ort, sondern auch als Teil des Ampfinger Gemeindelebens.

Historische Aufnahme des Manghofer-Firmengebäudes in Ampfing
Das Firmengebäude ist seit 1878 am selben Standort.

Jede Generation veränderte den Betrieb

Mit jeder Generation kamen neue Aufgabenfelder und technische Schwerpunkte hinzu. So entwickelte sich der ursprüngliche Brunnenbaubetrieb Schritt für Schritt weiter.

Einen wichtigen Schritt machte Konrad Manghofer senior im Jahr 1960. Er baute den Betrieb zu einem Sanitär- und Heizungsunternehmen mit eigener Werkstatt und Ausstellung aus.

1985 gründete Konrad Manghofer junior die Manghofer GmbH.

1999 wurden Betrieb, Lager und Ausstellung umfassend modernisiert.

Fünf Jahre später eröffnete das Unternehmen eine Öko-Heizzentrale. Dort konnten sich Kundinnen und Kunden verschiedene Heizsysteme ansehen und deren Funktionsweise erklären lassen.

So verschob sich der Schwerpunkt des Betriebs über die Generationen. Aus dem Brunnenbaubetrieb wurde zunächst ein Sanitär- und Heizungsunternehmen.

Später kamen erneuerbare Energien, Pelletheizungen, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Klimaanlagen, Wohnraumlüftungen und digitale Steuerungssysteme hinzu.

Der grundlegende Gedanke blieb dabei ähnlich: Früher ging es darum, Wasser zuverlässig zu den Menschen zu bringen. Heute geht es darum, Gebäude mit Wärme, Energie und moderner Haustechnik zu versorgen.

Der Wandel der Energietechnik

Besonders stark hat sich die Arbeit in den vergangenen Jahren verändert. Heizsysteme werden heute nicht mehr ausschließlich als einzelne Anlagen betrachtet. Wärmeerzeugung, Stromproduktion, Batteriespeicher und Verbrauch müssen möglichst sinnvoll zusammenspielen.

Deshalb plant die Firma inzwischen vollständige Energiekonzepte für Gebäude. Eine Photovoltaikanlage kann beispielsweise Strom für eine Wärmepumpe liefern. Überschüssiger Strom wird in einem Batteriespeicher zwischengespeichert oder für weitere Verbraucher im Haus genutzt. Gesteuert wird das Zusammenspiel durch ein Energiemanagementsystem.

Für den Betrieb bedeutete diese Entwicklung, zusätzliches Wissen aufzubauen. Planung, Berechnung und digitale Steuerung sind heute ebenso wichtig wie die handwerkliche Ausführung auf der Baustelle. Auch gesetzliche Vorgaben, Förderprogramme und technische Neuerungen verändern den Arbeitsalltag laufend. Solche Veränderungen führten immer wieder dazu, zusätzliches Fachwissen aufzubauen und neue Aufgabenfelder in den Betrieb aufzunehmen.

Im Jahr 2011 holte sich Konrad Manghofer zwei weitere Meister ins Boot und passte die Führungsmannschaft an das Wachstum des Unternehmens an. Mit am Ruder waren fortan sein Bruder Johann Manghofer und der langjährige Mitarbeiter Stefan Hoferer.

Ebenso wichtig für die weitere Entwicklung war die Einbindung der nächsten Generation: Seit 2022 ist mit Christoph Manghofer, Master of Engineering, die fünfte Generation im Familienunternehmen tätig.

Mehr als 50 Menschen arbeiten heute im Unternehmen

Heute beschäftigt die Manghofer Gas-Sanitär-Heizung GmbH mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Arbeit verteilt sich auf verschiedene Bereiche: die Installation bei Neu- und Umbauten, den Kundendienst für Reparaturen, Wartung und Service, die Planung von Energiekonzepten und Bädern sowie Büro, Verwaltung, Ausstellung, Lager und Logistik.

Dabei geht es längst nicht nur um Heizungen. Das Leistungsspektrum reicht von Bädern und Sanitäranlagen über verschiedene Heizsysteme bis hin zu Photovoltaik, Wärmepumpen sowie Klima- und Lüftungstechnik. Die Kooperation mit Villa Plus ergänzt dieses Angebot um weitere Gewerke für Bau- und Modernisierungsvorhaben.

Bis eine neue Heizung läuft oder ein Bad fertiggestellt ist, greifen viele Arbeitsschritte ineinander.

Am Anfang steht meist ein Telefonat: Die Anfrage wird aufgenommen, ein Termin vereinbart und die Situation vor Ort geprüft.

Anschließend folgen Planung, Angebot und Zeitplan. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit auf der Baustelle. Nach der Fertigstellung übernimmt der Kundendienst bei Bedarf Wartungen, Reparaturen und weitere Servicearbeiten.

Diesen Anspruch bringt die Unternehmensphilosophie seit vielen Jahren auf den Punkt: „Absolut kundenorientiert.“

2023 erweiterte das Unternehmen den Standort in Ampfing um eine neue Lagerhalle. Bei deren Energieversorgung kommen eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage, ein Batteriespeicher und Blockheizkraftwerke zusammen. Dadurch kann der Betrieb einen großen Teil seines Strombedarfs selbst decken.

2025 erhielt Geschäftsführer Konrad Manghofer den Goldenen Meisterbrief.

Im selben Jahr wurde das Unternehmen von Staatsminister Hubert Aiwanger anlässlich des Einbaus der 250.000. Pelletheizung in Bayern geehrt.

Opa in der Wanne

Seinen festen Platz hat der „Opa in der Wanne“ im Garten vor dem Unternehmen. Dort bringt die Figur nicht nur Besucherinnen und Besucher zum Schmunzeln, sondern fällt auch vielen Menschen auf, die auf ihrem Weg an der Firma vorbeikommen.

Für viele Ampfinger ist der Opa deshalb längst ein vertrauter Anblick und ein echtes Erkennungszeichen des Unternehmens.

Die Badewanne passt zur Geschichte des Betriebs. Schon 1922 stellte die Firma anlässlich der Aufführung der „Schlacht bei Ampfing“ Badewannen sowie Wasserleitungs- und Sanitärtechnik aus. Der „Opa in der Wanne“ erinnert damit auf humorvolle Weise an einen Unternehmensbereich, der den Betrieb seit mehreren Generationen begleitet.

Nachwuchs für das Handwerk

Damit ein Handwerksunternehmen über fünf Generationen hinweg bestehen kann, braucht es Menschen, die den Beruf erlernen und weiterführen. Die Suche nach Fachkräften und Auszubildenden gehört deshalb zu den wichtigen Zukunftsthemen des Betriebs.

Er arbeitet mit Schulen aus der Region zusammen, bietet Betriebsbesichtigungen an und beteiligt sich an Mitmachprojekten. Jugendliche erhalten dabei nicht nur Informationen über den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Sie können auch erleben, wie vielseitig die Arbeit inzwischen geworden ist.

Neben handwerklichem Geschick gehören heute technisches Verständnis, der Umgang mit digitalen Steuerungen, das Erstellen von Energieberechnungen sowie der Kontakt mit Kundinnen und Kunden zum Arbeitsalltag.

In Ampfing verwurzelt

Damit ein Handwerksunternehmen über fünf Generationen hinweg bestehen kann, braucht es Menschen, die den Beruf erlernen und weiterführen. Die Suche nach Fachkräften und Auszubildenden gehört deshalb zu den wichtigen Zukunftsthemen des Betriebs.

Er arbeitet mit Schulen aus der Region zusammen, bietet Betriebsbesichtigungen an und beteiligt sich an Mitmachprojekten. Jugendliche erhalten dabei nicht nur Informationen über den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Sie können auch erleben, wie vielseitig die Arbeit inzwischen geworden ist.

Neben handwerklichem Geschick gehören heute technisches Verständnis, der Umgang mit digitalen Steuerungen, das Erstellen von Energieberechnungen sowie der Kontakt mit Kundinnen und Kunden zum Arbeitsalltag.

Luftaufnahme des Manghofer-Firmengebäudes in Ampfing
Das Firmengebäude heute (2026)

Trotz des Wachstums und der technischen Veränderungen ist die Firma Manghofer mit ihrem Unternehmen ein Ampfinger Familienunternehmen geblieben. Viele Beschäftigte arbeiten bereits lange im Betrieb. Gleichzeitig kommen Auszubildende, neue Fachkräfte und die nächste Generation der Familie hinzu.

Für die Zukunft beschäftigt das Unternehmen vor allem die Fachkräftesicherung, die zunehmende Bürokratie, die Digitalisierung und die Frage, wie Investitionen trotz wechselnder gesetzlicher Vorgaben verlässlich geplant werden können.

Mit Ampfing verbindet sie nicht nur den Unternehmensstandort. Sie wünscht sich einen lebendigen Ortskern, weitere Gewerbeansiedlungen und gute Bedingungen für die Betriebe vor Ort.

Seit 1878 hat sich bei der Firma Manghofer beinahe alles verändert: die Technik, die Aufgaben, die Größe des Teams und die Anforderungen an das Handwerk. Geblieben sind der Standort Ampfing, die Weitergabe des Betriebs innerhalb der Familie – und natürlich der Opa in der Wanne.

Im Porträt: Manghofer

  • Gegründet 1878
  • Familienbetrieb in fünfter Generation
  • Mühldorfer Straße 10, Ampfing

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